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Besuch des Katastrophenschutzzentrums in Bad Staffelstein


Simulations- und Teamtraining von MANV- und besonderen Einsatzlagen

Die Teilnehmer des Ergänzungslehrganges 960/1 der Berufsfachschule für Notfallsanitäter/Kompetenzzentrum Rettungsdienst Bayreuth haben am 27.07.2017 mit dem Dozent und Berufsfachlehrer Matthias Buley das Katastrophenschutzzentrum in Bad Staffelstein besucht. Auf dem Tagesplan stand ab 09:00 Uhr nach kurzer Besichtigung der Räumlichkeiten, das Training und Abarbeiten von MANV- und besonderen Einsatzlagen unter der Thematik: Simulations- und Teamtraining. Dabei wurde neben dem Ersteintreffenden Rettungsmittel und deren initialer Aufgabe der Sichtung und Einsatzleitung auch die nachfolgenden Organisations- und Leitungsaufgaben unterschiedlicher Fachbereiche und Organisationen beübt. Ebenso stand der ständige Kontakt und die Informationsweitergabe an die Leitstelle im Vordergrund.

An Hand von zwei Großschadenslagen konnten so an Hand von Team Resource Management-Aspekten auch die Herangehensweise und organisatorische Gestaltung sowie Abarbeitung von Katastrophen/Großschadenslagen und Ereignisse mit Massenverkehrsmitteln bis 15:00 Uhr geübt werden.

Zu Beginn des Tages fand zunächst eine kurze Einweisung und ein Vertraut werden mit den dortigen Räumlichkeiten und der Ablaufgestaltung statt. So wurde neben den Übungsräumlichkeiten und deren Ausstattung (z.B. Debriefingraum, Leit- und Einsatzzentrale, Simulationsraum mit Planspielkarte) auch die Simulatiosnstruktur erläutert. Nach einer knappen Erklärung des Szenarioablaufes fand eine Rollenverteilung statt. Ebenso wurden die für die Übung notwendigen Übungsmaterialien verteilt und nach einer zehn Minütigen Aufbauphase begann das erste Szenario.

Dabei wurde ein schwerer Verkehrsunfall auf einer Autobahn gemeldet, in dem ein Sattelschlepper einem umgekippten Tanklastwagen aufgefahren war und mehrere PKWs beteiligt waren. Die Einsatzlage war unklar und es wurde primär nach RD 2 alarmiert. Das Ersteintreffende Rettungsmittel begann nun mit der strukturierten Einsatzsichtung und Organisation und leitete bis zum Eintreffen der Einsatzleitung das Szenario. Nach einer Übergabe wurde das Fallbeispiel in Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen der Hilfs- und Unterstützungseinheiten wie Feuerwehr und Polizei zielführend bearbeitet. Besonderes Augenmerk fand dabei die interdisziplinäre Zusammenarbeit des Rettungsdienstes mit der Feuerwehr und der Polizei in Bezug auf eine erschwerte Einsatzlage. So stellte sowohl der Verdacht des Austritts von ätzenden Dämpfen und Betriebsmitteln ebenso eine Einsatztaktische Herausforderung dar, wie die Verkehrsregelung und Abtransportierung der Verletzten von der Einsatzstelle.

Das Simulationsbeispiel wurde bis halb 12 Uhr durchgeführt, danach fand ein Debriefing mit kritischer Reflexion und Feedback des Kurses statt. Im Anschluss konnten die Teilnehmer bei einem gemeinsamen Mittagessen in dem nahe gelegenen Altenheim „BRK-Wohn- und Pflegeheim Am Staffelberg“ neue Kraft tanken und um 13 Uhr wurde das zweite Szenario eingespielt.

Im zweiten Szenario wurde ein Wohnhausbrand im Stadtzentrum gemeldet. Auch hier war die Lage unklar und es wurde nach RD 3 alarmiert. Die ersteintreffenden Rettungsmittel stellten daraufhin bei einer ersten Lagemeldung auf Sicht einen Vollbrand eines Hotels fest. Nach Rücksprache mit der Hoteldirektion wurden ca. 25 Verletzte Personen noch im Gebäude vermutet und da umstehende Häuser der Innenstadt durch das Feuer bedroht waren, wurde die Einsatzalarmierung auf MANV 2 erhöht. Nach umfassender Koordination und Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einsatzkräfte konnte das Szenario beherrscht und strukturiert abgearbeitet werden. Hauptaugenmerk lag bei diesem zweiten, wesentlich komplexen Planspiel, auch auf der Errichtung und Koordination mehrerer Behandlungsplätze und dem zügigen Abtransport von Brandverletzten. Ebenso der Beherrschung des hohen Einsatzaufkommens und dem Anfall von Verletzten. Als kritische Herausforderungen wurden neben der Evakuierung der angrenzenden Wohnhäuser auch die Unterbringung und Betreuung aller Unverletzten wahrgenommen. Auch nach diesem Szenario fand ein intensives Debriefing statt und der Lehrgang schloss um 15 Uhr mit dem Fazit:

Eine intensive Auseinandersetzung mit den Aufgaben eines Ersteintreffenden Rettungsmittel sowie der Über- und Zurechtlegung eines priorisierenden Ablaufschematas ist besonders in Großschadenslagen für jeden Verantwortlichen auf dem Rettungswagen sinnvoll und sollte mehrfach im Jahr geprobt und geübt werden. Neben den Erkenntnissen, dass besonders die Kommunikation und die Informationsweitergabe an der Einsatzstelle und zur Leitstelle essentiell sind, durften die Teilnehmer auch rein Einsatztaktische Ablaufstrukturen einüben und trainieren und stellten ihre Notwendigkeit dar. Alle Teilnehmer fungierten dabei als Teil dieser Szenarien und arbeiteten überaus strukturiert, koordiniert und teamführend. Diese Ziele wurden umfassend erfüllt.

Abschließend möchte ich mich persönlich bei den Simulationsleitenden und -durchführenden bedanken: Benjamin Hacker (Einspieler), Marcel Straub (Leitstellendisponent) aus dem BRK-Kreisverband Lichtenfels; Die es erst ermöglicht haben, an einem derartigen Simulationstag teilzunehmen.

Sowie natürlich bei dem gesamten Ergänzungslehrgang und ihrer tatkräftigen und motivierten Unterstützung und Hilfe.

Ebenso ein dankender Gruß an die BRK Bereitschaft aus Lichtenfels, dem Katastrophenschutzzentrum in Bad Staffelstein und dem Kreisverband Lichtenfels, die uns die Nutzung der Räumlichkeiten ermöglichten.

Die Berufsfachschule für Notfallsanitäter/Kompetenzzentrum Rettungsdienst Bayreuth bedankt sich für diese problemlose und absolut erfolgreiche Zusammenarbeit und hofft auf viele weitere Nutzungsmöglichkeiten. In diesem Sinne wünschen wir viele weitere erfolgreiche Wochen und einen guten Start in die Sommerferien!

 

Matthias Buley, Dozent und Berufsfachlehrer Rettungsdienst, Rettungsassistent, BRK-Bayreuth/Kulmbach, Bayreuth den 31.07.2017.