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Exkursion und der Einsatzsimulation mit der BW-Kronach am 14.04.18


Exkursion und der Einsatzsimulation mit der BW-Kronach am 14.04.18

Tagesthema: Vorstellung und Einblick in die Organisation Bergwacht Kronach, theoretische Inhalte zu den bergwachtrelevanten Notfällen Hängetrauma und Hypothermie sowie der Zusammenarbeit und Bewältigung einer Einsatzsimulation.

Die Teilnehmer des Ergänzungslehrganges 960/1 2018 der Berufsfachschule für Notfallsanitäter/Kompetenzzentrum Rettungsdienst Bayreuth haben am 14.04.2018 mit dem Dozent und Berufsfachlehrer Matthias Buley das Katastrophenschutzzentrum Kronach besucht. Auf dem Tagesplan stand vormittags ab 09:00 bis ca. 11:30 Uhr gemeinsam Einblicke in die Organisation, Aufgabengebiete und Arbeitsweisen der Bergwacht Bayern (exemplarisch BW Kronach) zu erlangen. Dabei wurde neben einer grundlegenden Einweisung zur Ausbildung sowie zu den Funktions- und Aufgabengebieten der Bergwacht, auch ihre regionalen Organisationsstrukturen dargestellt. Besonders hervorgehoben wurde, inwiefern sich die Bergwacht und der Rettungsdienst gegenseitig unterstützen können, um Einsätze effektiv und professionell abzuarbeiten. In diesem Sinne wurden auch Bergwacht spezifische Einsatzmaterialien und Geräte vorgestellt, wie z.B. das technische Rettungsmittel SYAM.

Nach diesem einleitenden Vortrag folgten zwei Fachvorträge zu den bergwachtrelevanten Notfällen Hängetrauma und Hypothermie. Auch hier war wieder ein zentraler Punkt, neben den theoretischen und bergwachtrelevanten Rettungsabläufen, die Verdeutlichung der Schnittstellen übergreifenden Kooperation zwischen Rettungsdienst und Bergwacht. Im Fokus standen in diesem Zusammenhang Maßnahmen, die besonders der Rettungsdienst bei einsprechenden Rettungsdienstchamälions beachten und bereits vor dem Eintreffen der Bergwacht durchführen kann. Danach folgte eine kurze Mittagspause bis 12:30 Uhr an die anschließend eine Einsatzsimulation durchgeführt wurde. Die Vorbereitungen dafür waren umfangreich und dauerten bis 13.30 Uhr. Um ca. 13:45 Uhr konnte dann das Szenario starten.

In diesem wurde durch die integrierte Leitstelle nach dem Meldebild eines auf einem Wanderweg in einem nahegelegenen Waldstück verunglückten Wanders alarmiert. Neben einer RTW und NEF Besatzung wurde auch die Bergwacht mitalarmiert, um den Patienten aus dem unwegsamen Gelände retten zu können. Zu Beginn stand nach der Alarmierung als erste Phase der Bergwacht die sog.  „Ortungsphase“ an. Da die integrierten Leitstellen nur teilweise effektive/standortgenaue Systeme vorhalten, besitzt auch die Bergwacht GPS gesteuerte Ortungssysteme. Allerdings kam in diesem Abschnitt des Einsatzes das Internetgesteuerte Ortungssystem des Bayrischen Roten Kreuzes zum Einsatz. Dabei wurde dem Anrufer auf die entsprechende Rufnummer (die bei der integrierten Leitstelle automatisch hinterlegt wird) eine SMS gesendet, die danach der Verunfallte (bzw. wenn vorhanden der Ersthelfer) bestätigen muss. Erfolgt dies, ist in wenigen Sekunden der genaue Standort mit GPS-Daten auf der Online-Karte sichtbar.

Ab diesem Zeitpunkt begann die teils aufwändige Einsatzkoordinierung die mit Hilfe der Fahrzeuge der Bergwacht nur bestritten werden konnte, da ein Vorrankommen durch reguläre zivile Rettungsmittel nicht möglich war. Am Patienten angekommen zeigte sich das Bild eines potenziell kritischen Patienten mit zahlreichen leichten Verletzungen wie Schürf- und Platzwunden, aber auch ein schweres Kopf-, Oberschenkel und Unterarmtrauma links. Somit wurde der Patient als Polytrauma eingestuft und schnellst möglich rettungsdienstlich versorgt. Der entstehende Zeitdruck und die Unfallstelle in Unwegsamen Gelände stellte die Bergwacht und den Rettungsdienst vor auch rettungstechnische Herausforderungen, die jedoch durch „Man-Power“ und die Geräteunterstützung durch die Bergwacht gemeistert werden konnten.

Das Simulationsbeispiel wurde bis ca. 14:30 Uhr durchgeführt und schloss mit einer gelungenen Rettung des Mimen aus dem Geländebereich. Danach fand ein Debriefing mit kritischer Reflexion und Feedback des Kurses zum Szenario statt, dass neben den notfallmedizinischen und fachgebietsrelevanten Punkten auch das Thema „Crisis Resource Management“ enthielt. Somit schloss der Lehrgang um ca. 15 Uhr mit dem Fazit:

Ein regelmäßiges Training der unterschiedlichsten Fachdienste, die im oder mit dem Rettungsdienst zusammen wirken ist immer noch selten und muss unabdingbar und zahlreich sowohl in der Ausbildung aber auch während der beruflichen Tätigkeit erfolgen. Gerade dabei sollte besonders die interspezifische Fachorganisationskommunikation, aber auch mögliche Unterstützungsschnittstellen und notfallmedizinsiches Wissen aller Bereiche trainiert und ausgetauscht werden. So können einsatzrelevante Punkte, wie Alarmierungsgründe, Aufgaben- und Fachbereiche sowie Leistungskapazitäten der „Spezialkräfte“ klarer aufgezeigt und erlernt werden. In diesem Zusammenhang waren die Einblicke und das Zusammenarbeiten für alle Beteiligten überaus lehrreich und alle Lehrgangsziele wurden erreicht bzw. übertroffen.

Abschließend möchte ich mich persönlich bei den organisierenden und mit durchführenden Personen bedanken: Florian Kristek (Mitorganisator und ILS-Simulation), Maximilian Horsch (Einspieler und Verantwortlicher für die reale Unfalldarstellung), Ralf Schmidt (Fachvortrag Bergwacht Kronach sowie Einsatzleiter Bergwacht) und Dr. Hubertus Franz (Fachvortrag Hängetrauma – Hypothermie sowie Notarzt).

Sowie natürlich bei dem gesamten Ergänzungslehrgang und dem Bergwachtteam sowie ihrer tatkräftigen und motivierten Unterstützung und Hilfe.

Ebenso ein dankender Gruß an die BRK Bereitschaft aus Kronach, dem Katastrophenschutzzentrum in Kronach und dem Kreisverband Kronach, die uns die Nutzung der Räumlichkeiten, der Fahrzeuge und des Materials erst ermöglichten.

Die Berufsfachschule für Notfallsanitäter/Kompetenzzentrum Rettungsdienst Bayreuth bedankt sich für diese problemlose und absolut erfolgreiche Zusammenarbeit und hofft auf viele weitere Nutzungsmöglichkeiten. In diesem Sinne wünschen wir allen eine schöne restliche Woche und bis bald!

 

Matthias Buley, Dozent und Berufsfachlehrer Rettungsdienst, Rettungsassistent, BRK-Bayreuth, Bayreuth den 16.04.2018.